Dachstuhlbrand im Roten Feld

Datum: 7. September 2026 um 20:59 Uhr
Einsatzart: Brandeinsatz > Dachstuhlbrand
Einsatzort: Rotenbleicher Weg
Einsatzleiter: Rainer Utermöhlen


Einsatzbericht:

Am Montag, dem 07. September 2026, wurde die Feuerwehr Lüneburg zu einem Dachstuhlbrand im Stadtteil Rotes Feld alarmiert. Bereits auf der Anfahrt gingen zahlreiche weitere Notrufe in der Leitstelle ein, sodass das Alarmstichwort nur drei Minuten nach der ersten Alarmierung erhöht wurde.

Um 20:59 Uhr ging der erste Alarm bei der Feuerwehr Lüneburg ein. Gemeldet war ein Feuer in einem leerstehenden Gebäude im Rotenbleicher Weg.Die Einsatzkräfte rückten umgehend zur gemeldeten Adresse aus. Beim Eintreffen zeigte sich eine bereits weit fortgeschrittene Brandentwicklung: Aus dem Dachbereich schlugen erste Flammen, gleichzeitig war eine massive Rauchentwicklung festzustellen. Aus den Fenstern des oberen Stockwerks war zudem ein starker Feuerschein sichtbar.

Einsatzleiter Rainer Utermöhlen ließ umgehend eine Erkundung des Gebäudes durchführen und leitete die Innenbrandbekämpfung unter Atemschutz ein. Da die Treppen innerhalb des Gebäudes durch den Brandschaden teilweise nicht mehr nutzbar waren, mussten die eingesetzten Trupps teilweise über Leitern und die Drehleiter in das Gebäude vorgehen. Gleichzeitig wurde ein Löschangriff von außen aufgebaut. Hierzu gingen zwei Drehleitern in Stellung und begannen mit der Brandbekämpfung.

Für die Koordination der umfangreichen Einsatzmaßnahmen wurde die Einsatzstelle im weiteren Verlauf in drei Einsatzabschnitte unterteilt. Dadurch konnten die unterschiedlichen Bereiche der Brandbekämpfung und die eingesetzten Kräfte gezielt koordiniert werden.

Das Feuer breitete sich im weiteren Einsatzverlauf schnell aus. Bereits kurze Zeit später stand der Dachstuhl in Vollbrand. Trotz des massiven Löschangriffs flammten immer wieder Teile des Daches auf, sodass die Einsatzkräfte sowohl im Innenangriff als auch über die Drehleitern gezielt gegen die Brandherde vorgingen.

Im Einsatzverlauf bestand zudem zeitweise die Frage nach der Standfestigkeit eines Giebelteils. Zur Gefahrenabwehr wurden über die Drehleiter lose Backsteine an dem betroffenen Gebäudeteil entfernt, um eine weitere Gefährdung der Einsatzkräfte und des Umfelds zu verhindern.

Rund eine Stunde nach der ersten Alarmierung wurde Stadtalarm ausgelöst. Dadurch konnten weitere Atemschutzgeräteträger sowie zusätzliche Fahrzeuge zur Einsatzstelle beordert werden. Die nachrückenden Kräfte unterstützten die bereits eingesetzten Trupps und stellten die erforderlichen Ablösungen sicher.

Zur Unterstützung der Brandbekämpfung kam außerdem eine Drohne mit Wärmebildkamera zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe konnten die Einsatzkräfte insbesondere die schwer einsehbare Rückseite des Gebäudes kontrollieren und dort weitere Brand- und Glutnester ausfindig machen. Die Wärmebilder ermöglichten anschließend einen gezielten Löschangriff auf die betroffenen Bereiche.

Aufgrund der massiven Rauchentwicklung wurde eine Warnung an die Bevölkerung herausgegeben. Über das Radio und die Bevölkerungswarnapps wurde dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Während der Löscharbeiten entdeckten die Einsatzkräfte im Inneren des Gebäudes Baumaterialien, die auf eine mögliche Asbestbelastung hindeuten können. Daraufhin wurde vorsorglich ein abgesperrter Dekontaminationsbereich eingerichtet. Die eingesetzten Atemschutzgeräteträger konnten dort gereinigt und entkleidet werden. Zusätzlich wurden Proben genommen, die nun auf eine mögliche Asbestbelastung untersucht werden.

Aufgrund der Rauchentwicklung mussten Anwohner aus den angrenzenden Gebäuden ihre Wohnungen verlassen. In dem gegenüberliegenden Seniorenheim wurden sämtliche Fenster geschlossen. Eine Evakuierung der gesamten Einrichtung war dadurch nicht notwendig.

Im weiteren Einsatzverlauf zeigten die umfangreichen Löschmaßnahmen Wirkung und das Feuer konnte unter Kontrolle gebracht werden. Die anschließenden Nachlöscharbeiten gestalteten sich jedoch sehr umfangreich. Zahlreiche Glutnester mussten aufgespürt und abgelöscht werden. Hierbei kamen auch mehrfach Wärmebildkameras zum Einsatz.

Abschließend wurde Netzmittel eingesetzt und der gesamte Dachstuhlbereich damit benetzt, um verbliebene Glutnester abzulöschen und ein erneutes Aufflammen zu verhindern.

 

Insgesamt waren 133 Einsatzkräfte an der Einsatzstelle im Einsatz, darunter 12 Trupps unter Atemschutz. Neben der Feuerwehr waren auch der Rettungsdienst, die Polizei, der stellvertretende Kreisbrandmeister, der Energieversorger sowie die AGL Lüneburg vor Ort. Die AGL übernahm nach Abschluss der Einsatzmaßnahmen die Absperrung des Bereichs.

Eine Einsatzkraft wurde während des Einsatzes verletzt und durch den Rettungsdienst vor Ort versorgt. Ein Transport in ein Krankenhaus war nicht erforderlich.

Gegen circa 04:00 Uhr waren die Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr beendet. Die Einsatzstelle wurde abschließend an die Polizei übergeben, die die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen hat.

Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf rund eine Million Euro.

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