Rekord bei Einsatzzahlen, die Umstellung der Dienstgrade nach neuer Feuerwehrverordnung und die Gründung eines neuen Löschzuges waren die Kernthemen der diesjährigen Mitgliederversammlung
Lüneburg – Die Feuerwehr Lüneburg hat am Freitag, den 6. März 2026, ihre 48. Mitgliederversammlung im Feuerwehrhaus Lüneburg-Mitte durchgeführt. Zuvor fand die 45. Verbandsversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes Lüneburg e. V. statt. Neben zahlreichen Feuerwehrangehörigen nahmen auch Vertreter aus Politik, Verwaltung sowie befreundeter Organisationen an der Veranstaltung teil.
Stadtbrandmeister Rainer Utermöhlen eröffnete die Versammlung und begrüßte unter anderem Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. weitere Gäste aus Rat und Verwaltung, Regierungsbrandmeister Dirk Heinhoff, Kreisbrandmeister Matthias Lanius sowie viele Gäste befreundeter Feuerwehren und Hilfsorganisationen.
Rekordjahr mit 999 Einsätzen
Im Jahresbericht stellte Stadtbrandmeister Utermöhlen die Entwicklungen des vergangenen Jahres vor. Mit 999 Einsätzen im Jahr 2025 erreichte die Feuerwehr Lüneburg einen neuen Höchststand – durchschnittlich 2,7 Einsätze pro Tag. Damit mussten die Einsatzkräfte so häufig ausrücken wie noch nie zuvor.
Die Feuerwehr Lüneburg zählt derzeit:
255 aktive Mitglieder in den vier Ortsfeuerwehren
93 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr
77 Kinder in der Kinderfeuerwehr
91 Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung
Zusätzlich unterstützen 16 hauptberufliche Kräfte den Einsatzdienst werktags tagsüber.
Neben dem Einsatzgeschehen wurden auch zahlreiche Ausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen durchgeführt. Insgesamt absolvierten Feuerwehrangehörige 4764 registrierte Ausbildungsstunden bei Lehrgängen und Fortbildungen auf Stadt- und Landesebene. Hinzu kommen diverse kameradschaftliche und gesellschaftliche Veranstaltungen.
Investitionen in Technik und Ausstattung
Auch im Bereich der Ausrüstung gab es im vergangenen Jahr mehrere wichtige Beschaffungen. Dazu zählen unter anderem:
Ein neuer Kommandowagen für den Einsatzleitdienst,
ein Akku-Lüfter für das Hilfeleistungslöschfahrzeug,
neue Notstromaggregate für den Katastrophenschutz,
eine Drohne zur Einsatzunterstützung,
sowie zusätzliche Meldeempfänger und Schutzausrüstung
Darüber hinaus wurden Umbauten am Feuerwehrhaus Lüneburg-Mitte vorgenommen sowie zusätzliche Umkleidecontainer aufgestellt, um dem Personalzuwachs Rechnung zu tragen.
Für das Jahr 2026 sind weitere größere Beschaffungen im Zulauf, darunter ein HLF 20 für den Standort Süd sowie eine neue Drehleiter für den Standort Mitte.
Stadtjugendfeuerwehr
Die Stadtjugendfeuerwehr steht seit Jahresanfang 2025 unter einer neuen Führung. Stadtjugendfeuerwehrwartin ist die bisherige Stellvertreterin Irmtraud Cohrs, neuer Stellvertreter ist Heiko Behrens
Im März 2025 ging es mit allen Lüneburger Jugendfeuerwehren ins Miniaturwunderland nach Hamburg.
Die Jugendfeuerwehr Rettmer richtete den Stadtorientierungsmarsch der Jugendfeuerwehren aus, erstmalig auch mit befreundeten Gruppen aus anderen Jugendfeuerwehren. Die Jugendfeuerwehr Häcklingen belegte hier den ersten Platz.
Ein besonderes Highlight war sicherlich das Kreiszeltlager in Reinstorf. Trotz kleiner Widrigkeiten insbesondere anfänglich in der Versorgung war das Zeltlager eine gelungene Veranstaltung für die jungen Feuerwehrleute. Die Versorgung konnte durch spontanes Einspringen des Küchenteams der Feuerwehr Lüneburg kurzfristig auf sichere Beine gestellt und nach dem Tausch des Caterers für den Rest des Zeltlagers sichergestellt werden.
Da es im Berichtsjahr keinen Kreisfeuerwehrtag im Landkreis Lüneburg gab, wäre die Abnahme der Jugendflamme II beinahe ins Wasser gefallen. Die Lüneburger Jugendfeuerwehren sprangen ein, so dass auch die Jugendflamme II erfolgreich für alle Teilnehmenden vergeben werden konnte.
Aus den Lüneburger Jugendfeuerwehren erreichten in diesem Jahr 14 Jugendliche die Jugendflamme der Stufe I, 1 Jugendlicher die Jugendflamme der Stufe 2 und sogar 9 Jugendliche die Leistungsspange aus einer gemischten Gruppe von Mitte, Ochtmissen und Oedeme.
Ebenfalls auf dem Jahresprogramm standen auch die üblichen Aktivitäten, wie Osterfeuer, Müllsammelaktion, Stadtteilfeste, Waffel backen, viele O-Märsche sowie Laternenumzüge und Weihnachtsfeiern.
Ein paar Zahlen dürfen auch nicht fehlen:
Am Anfang des Jahres waren es 82 Jugendlichen in der Hansestadt, davon waren es 55 Jungen und 27 Mädchen.
Wir hatten 9 Neuzugänge, und 10 Übertritte aus der Kinderfeuerwehr, dafür sind leider auch 5 Jugendliche ausgetreten und 4 durften wir in die Einsatzabteilung abgeben.
Somit war der Mitgliederstand zum 31.12.2025 93 Jugendliche, davon 59 Jungen und 34 Mädchen.
Stadtkinderfeuerwehr
Rückblick auf ein Jahr mit fünf sehr aktiven Kinderfeuerwehren. Das zeigt sich zum einen an den Mitgliederzahlen, und zum anderen, und das ist für die Betreuerteams viel wichtiger, an den vielen strahlenden Kinderaugen, die sie im letzten Jahr sehen konnten.
Die Anzahl der Kinder ist um 10 auf 77 Kinder zum Vorjahr gestiegen
Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Übergang zur Jugendfeuerwehr:
Insgesamt sieben Kinder konnten im Jahr 2025 an die Jugendfeuerwehren übergeben werden. Das zeigt, dass unsere Kinderfeuerwehren nicht nur eine starke Gemeinschaft bilden, sondern auch ein verlässliches Fundament für die Nachwuchsarbeit unserer Feuerwehr darstellen.
Neben zahlreichen Erlebnissen und spannenden Diensten in den einzelnen Kinderfeuerwehren waren die jüngsten Lüneburger Brandschützer auch gemeinsam in Aktion.
2024 ging es mit dem Reisebus ins Planetarium nach HH, 2025 wollten die Betreuer den Kindern mal wieder zeigen, dass es auch ohne Konsum und hohe Kosten möglich ist, einen schönen Tag miteinander zu verbringen. Mit ca. 50 Kindern ging es in den Wald nahe der Roten Schleuse. Vom flinken ‚Waldprofi‘ bis zum vorsichtigen Erstentdecker – die Vorerfahrungen der Kinder waren so vielfältig wie der Wald selbst. Es wurde deutlich, dass der Zugang zur Natur im Alltag der Familien sehr unterschiedlich verankert ist, was den gemeinsamen Waldtag zu einem umso wichtigeren Ausgleich und Lernort für alle machte. Ausgestattet mit Picknickdecken, kleinen Naturbastelstationen und guter Laune, verbrachten die Kinder und Betreuerteams eine schöne Zeit dort.
Ein außergewöhnliches Erlebnis der Kinderfeuerwehr Häcklingen war die Übernachtung im GALERIA-Kaufhaus. Die Kinder durften einen Blick hinter die Kulissen werfen – ins Lager und sogar hinter die Kassen. Die Übernachtung in der Spielzeugabteilung zwischen Kuscheltieren war ein unvergesslicher Abschluss.
Neue Dienstgrade nach Feuerwehrverordnung
Ein wichtiger Punkt der Versammlung war die Umstellung auf neue Dienstgrade, die durch eine geänderte Feuerwehrverordnung des Landes Niedersachsen eingeführt wurden. Die Mitglieder erhielten neue Schulterstücke und Dienstgradbezeichnungen, die künftig innerhalb der Feuerwehr getragen werden. Im gleichen Zuge wurden die Dienstgrade entsprechend der erworbenen Ausbildung oder der übernommenen Aufgaben zugeteilt. Dadurch entfielen jegliche Beförderungen in diesem Jahr.
Verpflichtungen, Ehrungen und Ernennungen
Während der Versammlung wurden mehrere Feuerwehrangehörige offiziell verpflichtet sowie neue Funktionen innerhalb der Stadtfeuerwehr vergeben.
Darüber hinaus wurden Kameradinnen und Kameraden für ihre langjährige aktive Dienstzeit geehrt, unter anderem für 25 und 40 Jahre Feuerwehrdienst.
Besonders hervorgehoben wurde die außergewöhnlich lange Feuerwehrzugehörigkeit einzelner Mitglieder – darunter der Kamerad Manfred Westermann für 70 jährige Mitgliedschaft. Herzlichen Glückwunsch!
Eine ganz besondere Ehrung erhielt der scheidende Kassenwart des Stadtfeuerwehrverband Lüneburg e.V. Rolf Rüdiger Finke. Für seine langjährige und aufopferungsvolle Tätigkeit als Kassenwart erhielt er, übergeben vom Regierungsbrandmeister Dirk Heinhoff, das Niedersächsische Feuerwehr Ehrenzeichen. Die Feuerwehr Lüneburg bedankt sich für diese außergewöhnliche Unterstützung im zugehörigen Verbandswesen!
Gründung eines neuen Löschzuges
Ein weiterer Meilenstein der Versammlung war die Gründung des 5. Löschzuges. Dieser bildet den Grundstein für eine künftig geplante Feuerwehr am neuen Standort Lüneburg-Ost.
Mit der frühzeitigen Aufstellung des neuen Löschzuges soll sichergestellt werden, dass bereits zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme ausreichend ausgebildete Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Die ersten Gründungsmitglieder wurden im Rahmen der Versammlung vorgestellt. Sie bilden den Grundstock für eine neue Feuerwehr. Im Rahmen der Mitgliederwerbung soll diese Einheit mit motivierten und engagierten Menschen aufgefüllt werden, so dass diese zur Neugründung bereits einsatzfähig sind und so eine leistungsfähige Feuerwehr in Dienst gestellt werden kann.
Dank an Ehrenamtliche und Unterstützer
Zum Abschluss bedankte sich Stadtbrandmeister Utermöhlen bei allen Feuerwehrangehörigen für ihr Engagement sowie bei Politik, Verwaltung, Fördermitgliedern und Partnerorganisationen für die Unterstützung der Feuerwehrarbeit.