Feuerwehr Lüneburg > Feuerwehr > Sondereinheiten > Brandsicherheitsdienst

Brandsicherheitsdienst

Brandsicherheitswachen in der Freiwilligen Feuerwehr Lüneburg

Über die Versammlungsstätten Verordnung (NVStättVO) und das Niedersächsische Brandschutzgesetz wird der Veranstalter / Betreiber aufgefordert eine Brandsicherheitswache (BSW) zu bestellen, wenn erhöhte Brandgefahren vorliegen, oder es sich um eine Versammlungsstätte mit einer Großbühnen oder Szenenflächen mit mehr als 200m² handelt. In Lüneburg gibt es derzeit nur eine Großbühne, das „Große Haus“ des Stadttheaters. Die Szenenfläche des TNT und des T3 (Junge Theater) fällt nicht unter diese Pflicht.

 

Besonderen Gefahren bei anderen Veranstaltungen kann, das abbrennen von Pyrotechnik und sonstigem Feuer sein. Auch eine größere Anzahl von Besuchern könnte eine BSW erfordern. In Abstimmung des Ordnungsamtes und des Brandschutzprüfers des Landkreises Lüneburg wird festgelegt ob eine BSW erforderlich ist. Wird eine BSW angeordnet hat die Feuerwehr Lüneburg eine klare Verpflichtung hier tätig zu werden.

Neben dem Theater Lüneburg sind als weitere Veranstaltungsorte Beispielhaft das Vamos, die Ritterakademie, das Rathaus und die Fläche „Auf der Bastion“ zu nennen. „Zirzensische Veranstaltung“ (Zirkus) sind in der NVStättVO keine Versammlungsstätte mehr.

 

Das Hauptaufgabengebiet der Feuerwehr Lüneburg in Gestellung einer BSW im Theater Lüneburg mit seinen 542 Zuschauerplätzen. In der Speilzeit 2013/14 schloss das Große Haus des Theater Lüneburg mit ca. 90000 Besuchern, 215 Aufführungen, 15 verschiedenen Stücken und diversen Konzerten und Gastspielen ab. Aus diesem Grund gibt es in der Feuerwehr Lüneburg eine eigne Abteilung „Theaterdienst“. Derzeit versehen 32 Feuerwehrkameraden/innen ihren Dienst, neben dem „normalen“ Feuerwehrdienst.

 

Eine BSW besteht im Theater aus einem Wachführer und eine Posten. Bei anderen Veranstaltungen, außerhalb des Theaters, können es auch schon mal mehr Feuerwehrkameraden/innen sein, je nach Gefahrenlage.

 

Nach einigen „Schnupperdiensten“ wo die Feuerwehrkameraden/innen sich mit den Besonderheiten des Theaters vertraut machen beginnt der eigentliche Dienst. Die Aufgabe des Postens ist den Bühnenbereich während der Veranstaltung unter Beobachtung zu halten. Auch gehört vor Vorstellungsbeginn die Kontrolle der Bühne dazu, ob die Wandhydranten zugänglich sind, Fluchtwege frei sind und die Funktionsprobe des „Eisernen Vorhanges“ (EV). Der EV ist der wichtigste Bestandteil des Theaters, er soll im Gefahrfall die Bühne vom Zuschauerraum trennen.

 

Der Wachführer hat den Bereich um die Bühne und des Gebäudes zu kontrollieren. Dazu gehörten die Fluchtwegtüren im Foyer, die Feuerwehrzufahrten und Feuerlöschanlage. Das Theater besitzt keine automatische Feuerlöschanlage. Sie muss schon gewollt aktiviert werden. Zum einen wir der EV mit einer Brieselungsanlage vor dem durchglühen geschützt und zum anderen gibt es im Schnürrbodenbereich vier fest installierte B-Strahlrohre die einen Brand auf der Bühne löschen könnten. Für kleinere Brände existieren aber noch div. Feuerlöscher. 

 

Im Gegensatz zu dem Posten der die ganze Zeit der Vorstellung auf seinem Platz zu sitzen hat, kann und soll der Wachführer auch andere Bereiche des Theaters im Auge behalten. Dass dieser Dienst durchaus seine Berechtigung hat, zeigt die Vergangenheit in Form von diversen Kleinstbränden. Besonders in Verbindung mit eingesetzter Pyrotechnik gibt es immer wieder kleinere Feuer. Aber auch Bühnenscheinwerfer können durch ihre Hitzeentwicklung mal die ein oder andere Requisite in Brand stecken, aber Dank des beherzten Eingreifens der Ensemblemitglieder und der Aufmerksamkeit der BSW sind diese Feuer bereits kurz nach der Entstehung gelöscht worden.

 

Wer also nun Lust bekommen hat, neben dem Feuerwehrdienst, auch noch die kulturellen Genüsse des Alltages in Verbindung mit der Feuerwehr zu erleben ist im Theaterdienst herzlich willkommen.

 

 

Karsten Kozian

Leiter Brandsicherheitswache